Grundsätzliche Informationen zur Therapie mit Psychopharmaka

 

- Moderne Psychopharmaka führen grundsätzlich zu keiner Abhängigkeit, dürfen prinzipiell nicht müde machen und führen auch zu keiner dauerhaften Gewichtszunahme.

 

- Sie können und müssen von diesen Arzneimitteln erwarten, dass diese relativ frei von Nebenwirkungen sind. Leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Unruhe, Durchfall, Müdigkeit, können für drei bis fünf Tage auftreten und vergehen in den meisten Fällen wieder. Wenn es in seltenen Fällen zu vermehrter Müdigkeit oder zu untolerierbarer Gewichtszunahme kommen sollte, wird das Medikament umgehend ausgetauscht.

 

- Wenn Sie – wider Erwarten – nach ein bis zwei Wochen immer noch Probleme mit dem Medikament haben sollten, setzen Sie die Medikation nicht selbständig ab oder reduzieren bzw. erhöhen Sie sie nicht eigenmächtig! Wir ersuchen Sie, dann kurzfristig – auch ohne Termin, am Dienstag, Mittwoch oder Freitag zwischen 7.50 und 8.10 Uhr – in unsere Ordination zu kommen, damit wir adäquat reagieren können.

 

- Wenn Sie die Medikation zu früh absetzen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls relativ groß. Das heißt, Sie müssen diese Medikamente während des Verlaufes Ihrer Erkrankung ständig einnehmen. Dies ist möglich, weil sie nicht abhängig machen und im Allgemeinen auch gut vertragen werden. Die Medikamente stellen vielmehr gewisse Botenstoffe zur Verfügung, die es erlauben, dass Ihre seelische Erkrankung für Sie und Ihr Umfeld unbemerkt bleibt, sie verschwindet jedoch nicht.

 

- Es ist äußerst sinnvoll, die Medikation über 6, besser 12 Monate aufrecht zu halten. Nach den ersten drei bis vier Monaten kann bei einigen Medikamenten die Dosis reduziert werden. Die sogenannte Erhaltungsdosis ist notwendig, um das Wiederauftreten Ihrer Symptomatik zu verhindern.

 

- Erst nach sechs Monaten ist es sinnvoll, unter fachärztlicher Kontrolle zu überprüfen, ob Ihre Beschwerden auch ohne Medikation noch vorhanden sind und ob eine Medikation weiterhin nötig ist. Dabei wird das Medikament jedoch nicht abrupt abgesetzt, sondern langsam ausgeschlichen. Wir sprechen dann von einem sogenannten Auslassversuch. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Wirkung noch ein bis zwei Monate nach Absetzen der Medikamente andauern kann, sodass erst nach dieser Zeit beurteilt werden kann, ob Sie wieder vollständig gesund sind.

 

- Bei regelmäßiger Einnahme ist es bei den meisten Medikamenten notwendig, mindestens zwei, besser noch vier Wochen zu warten, bis eine Verbesserung Ihrer Symptome festgestellt werden kann.

 

- Wenn bis zum nächsten Kontrolltermin noch keine Besserung eingetreten ist, besteht noch kein Grund zur Beunruhigung: eventuell muss die Dosis erhöht oder auf ein anderes Medikament umgestellt werden.

 

- In unserer Praxis wird immer versucht, möglichst nur mit einem Medikament und mit möglichst geringen Dosen Auslangen zu finden. Daher ist es aber auch notwendig, die Medikation in kleinen Schritten anzupassen. Bei jedem Kontrolltermin lernen wir Sie besser kennen, um Ihnen noch besser helfen zu können. Aber auch Sie lernen uns dabei kennen. Dadurch kann eine Vertrauensbeziehung entstehen, die für die Heilung immer wichtig ist!